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NIEDERRHEINTENNIS
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ineÄra imDamen-Tennis istzuEnde:DerTCMoers08hatdie
Damenmannschaftausder2.Bundesligazurückgezogen–nach
14Jahrenundals„dienstältester“Verein inderdeutschenEliteklas-
se.
DerVerein teilt zumRückzugauf seinerHomepagemit: „Bun-
desliga-Tennis inMoers ist engverbundenmit demNamenStefan
Hofmann und seiner Firma HSME. ... Nach 17 Jahren Bundesli-
ga-Tennis ... istStefanHofmannnunsoschwererkrankt,dasserdie
OrganisationderBundesliganichtmehr leistenkann.NachAnalyse
der Situation ist allenBeteiligten imVorstandklar geworden, dass
derAufwandfürdieDurchführungderBundesligaextremzeit-und
kostenintensiv ist. Neben der Sponsorensuche und Verpflichtung
von internationalen Top-Spielerinnen fallen nebenher noch viele
andere Aufgaben wie Reiseplanung, Catering, Erstellung Plakate,
etc. an. AuchwenneinzelneAufgaben sicherlichaufgefangenwer-
den könnten, so ist doch die Gesamtorganisation durch denClub
nichtdurchführbar.“
1997beganndieErfolgsstory
Begonnenhattealles imJahr1997 inder1.Verbandsliga.Nachdem
Bosman-Urteil setztensichStefanHofmannundSportwartMicha-
elFaberzusammenund fassteneinenPlan,derdasLeistungstennis
inMoers revolutionieren sollte. Erstmals setzte 08 auf zwei aus-
ländische Spielerinnen und verpflichtetemit der Belgierin Saskia
Hermans sogar eine internationale Top-Spielerin. Der Aufstieg in
dieNiederrheinligagelang. Esdauertedrei Jahre, bis08das große
ZielBundesligaverwirklichenkonnte–2000konntemanbeimAuf-
stiegsturnier inMarienburg indie2.Bundesligaaufsteigen.
Inder erstenSaison inder2. Bundesliga standenmitLudmila
Cervanova(CZE,WTA98),ElsCallens(BEL,WTA130)undDaph-
nevandeZande (BEL,WTA218) erstmalsdrei absoluteWeltklas-
sespielerinnen imKader. Inder 2. Saison imJahr 2002 gelangder
erhoffte Aufstieg in die 1. Damen-Bundesliga. Was folgte, hatten
auchdiekühnstenOptimistennicht fürmöglichgehalten.MitAnca
Barna,AngelikaRoeschundMarleneWeingärtner schloss sich fast
das komplette deutscheFed-Cup-TeamdemAufsteigerTCMoers
08an.DazukamnochAncasjüngereSchwesterAdrianaBarna.Die-
sesTeammachte2004denTCMoers08zumDeutscherMeister.
14 Jahre konnte sichMoers in der 1. Bundesliga halten. Dabei
hattendieVerantwortlichen immereingutesHändchen füraufstre-
bendeTalente.Wie sichAngeliqueKerber (2006 - 2008) undJulia
Görges (2010)entwickelnwürden, konntemandamalsnichtahnen.
Daneben gaben so klangvolleNamenwie Kirsten Flipkens (2013),
KaiaKanepi (2012), TimeaBabos (2016)MichaelaKrajicek (2008)
undTsvetanaPironkova(2010)ihreVisitenkarteanderFilderstraßeab.
Parallel entwickeltemanab2005einNachwuchskonzept,wel-
ches in den nächsten Jahren die besten Spielerinnen der Region
nachMoersziehensollte.HöhepunktwardieKonstellation 1.Bun-
desliga,RegionalligaundNiederrheinliga(2011–2013).MitAntonia
LottnerundAnna-MariaLevershatteman indenJahrgängen 1995
und1996sogardiedeutscheJugendspitzeamStart.
ImJahr2016musstederTCMoers08erstmalsausder 1.Bun-
desligaabsteigen.2017wurde inder2.BundesligaNordderAufstieg
angepeilt, jedochmusstemanamEndemitPlatz4vorliebnehmen.
Auchfür2018hattemanbereitsÜberlegungen,dienunjedochnicht
mehrumgesetztwerdenkonnten.
Der Niederrhein verliert damit nach dem TC Benrath, Blau-
Weiß Bocholt, und Ratinger TCGrün-Weiß sein viertesMeister-
team, dazu den ebenfalls lange erfolgreichenETUFEssen. In der
Saison2018 ist er nur noch inder 2. BundesligaNordmitNeuling
TCBredeneyvertreten.
/oes
TCMoers08:Rückzug
ausderBundesliga
B
eiden46.DeutschenMeister-
schaften in Biberach haben
Daniel Masur (Tennispark Vers-
mold) und Tamara Korpatsch
(Club an der Alster) die Titel
gewonnen. Masur (ATP 346)
besiegte im Finale Marvin Möl-
ler (Rahlstedter HTC, ATP 622)
mit 2:6, 6:3, 6:2, die topgesetzte
Korpatsch (WTA 167) bezwang
Katharina Hobgarski (BASF TC
Ludwigshafen, WTA 281) aus
dem Porsche Talent Team des
DeutschenTennisBundes indrei
Sätzenmit5:7,6:0,6:1.
„Der Titel bedeutet mir
wahnsinnig viel, erst recht des-
halb, weil ich vor drei Jahren
schon einmal im Finale verloren
hatte. Ichwar etwas angespannt
zu Beginn, konnte mich glückli-
cherweise im Verlauf der Partie
immer mehr steigern. Der Tri-
umph ist der perfekte Jahresab-
schluss“, sagtMasur.
Erleichtertwar auchTamara
Korpatsch nach dem Endspiel.
„DeutscheMeisterinzusein fühlt
sichnatürlich toll an. Ichbinner-
vös in dasMatch gestartet, auch
wegen der vielen Zuschauer. Im
zweitenSatzhabe ichmeinSpiel
umgestellt, beim Tempo mehr
variiert, dadurch konnte ich die
Partie drehen. Ich freue mich
total,zuvorstand ichhier inBibe-
rachnochnicht einmal imHalb-
finale.“
Den Titel imMixed gewan-
nen Lena Rüffer und Yannick
Maden (beide TECWaldau). Sie
bezwangen im Endspiel Hob-
garski undRudolfMolleker (Rot-
WeißBerlin)mit1:6,6:3, 11:9.
Zuschauerrekord
Ein positives Fazit am Ende der
TurnierwochezogDTB-Vizeprä-
sident Thomas Heil. „Wir haben
eine Woche lang hervorragen-
denSportmiterlebendürfen,mit
vielen spannendenMatches und
zwei hochklassigen Endspielen
zumAbschluss. In dieserWoche
kamenmehrals5.000Zuschauer
in die Halle nach Biberach – so
vielewieniezuvor.“
In diesem Jahr finden die
Deutschen Meisterschaften der
Damen und Herren dann zum
zehnten Mal in der oberschwä-
bischenKleinstadt Biberach statt
– voraussichtlich vom 9. bis 16.
Dezember2018.
DEUTSCHEMEISTERSCHAFTEN
DanielMasurundTamara
Korpatsch triumphieren
Die strahlendenneuenDeutschenMeistermit ihrenSiegertrophäen:
DanielMasur undTamaraKorpatsch.
/DTB
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